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Premodern - Die Rückkehr in eine goldene Ära

Geschrieben von vikingr, in Premodern 23. Juni 2021 · 0 Aufrufe

premodern

Mein letzter Blogeintrag liegt Jahre zurück. Wieder einmal hat Arena mich zurück ins Magic-Universum geholt. Die Freude über die neu entfachte Liebe an Magic durch Arena erlosch schnell, nachdem ich erkannte, dass die Formate durch Wizards Willkür wenig Reiz ausmachen. Stellten sie doch das Historic-Format durch hinzugekommene Karten aus dem Mystical Archive und den verschiedenen Historic Anthologies auf den Kopf. Und auch Eternal-Formate außerhalb von Arena wie Modern mit Hogaak, Arisen Necropolis und zuletzt Pauper mit Sojourner's Companion und Chatterstorm wurden mit Sets wie Modern Horizons gänzlich umgekrempelt.

In Pauper fand ich dennoch einen günstigen Wiedereinstieg. Das Format war mir nicht gänzlich neu (siehe Magic für Sozialhilfeempfänger).

Durch einen alten Spielgefährten wurde ich dann auf Premodern aufmerksam gemacht. Das war ein Format von dem ich noch nicht gehört hatte, auch wenn der Name schon verriet, dass Karten die vor den Modern-legalen Sets erschienen hier legal sein würden.

Auch wenn ich intensiv Magic zu spielen erst im Jahr 2013 begann, so fand meine erste Berührung mit Magic schon im Grundschulalter statt, als ich mir ein Trugbilder Starter Deck kaufen ließ. Den schönen Erinnerungen an diese Karten wird durch Premodern jetzt wieder neues Leben eingehaucht. Nun wollte ich natürlich wissen, wie das Format aussieht, wie es entstand und vor allem was gespielt wird.

Die Erkenntnisse über meine Recherchen möchte ich nachfolgend mit euch teilen.

Geschichte

Das Format entstand, wie viele Formate in Magic (siehe Pauper oder Commander) zuvor durch die Kreativität der eigenen Spieler. Federführend war 2012 der Schwede Martin Berlin. Nachdem er sich aus dem professionellen Magic-Spiel zurückzog, kam er zum Old School Format 93/94. Nachdem er dort sein Interesse an den alten Karten nicht vollends befriedigend sah, schuf er so Premodern, um auch inzwischen untergegangene Karten wieder spielbar zu machen. Das Format wächst seitdem stetig und gerade in letzter Zeit steigt die Popularität immens dadurch, das Webcam-Magic von den Old-School-Spielern übernommen wurde, um trotz Pandemie mit echten Karten spielen zu können.

Regeln

Legal sind alle regulären Sets von der Vierten Edition bis hin zu Plagen. Ausgenommen sind Portal und die Promokarten in dieser Zeitspanne. Die Besonderheit im Gegensatz zu den offiziellen Formaten ist, dass sich das Format zukünftig nicht ändern wird, da keine neuen Karten in den Kartenpool fließen werden. Anders als in anderen Nostalgieformaten sind hier alle Ausführungen der Karte legal, also auch Karten mit dem modernen Kartenrahmen und dergleichen. Auch Goldrandkarten sind in vielen Spielgruppen und Turnieren legal.

Die aktuellen Regeln finden auch hier Anwendung. Ihr müsst euch also nicht mit altertümlichen Manabrand oder ähnlichem herumschlagen. Der Grund dafür ist, dass sich die Regeln in der Zeitspanne der legalen Sets häufig änderten und es keine einheitlichen Regeln über die Zeit hinweg gab. So werden Irritationen und Missverständnisse von vornerein vermieden und der Einstieg in das Format erleichtert.

Eine Bannliste existiert auch in Premodern. Sie dient, wie auch in anderen Formaten, ein möglichst facettenreiches Meta zu gewährleisten.

Decks

Während andere Formate häufig wenig mehr als 15-20 spielbare Decks erlauben, so bietet Premodern derzeit bereits rund 60 Decks und es wird immernoch an neuen Decks gearbeitet. Die Gefahr, dass diese das Meta aber einengen ist unwahrscheinlich aufgrund des verhältnismäßig niedrigeren Powerlevels des Formats. Zwar haben sich hier auch schon starke Decks herauskristallisiert, seien es Goblins, Landstill oder The Rock, so kann doch auch jedes andere Deck ein Turnier für sich entscheiden.

Einige Decks möchte ich euch hier als kleine Appetitanreger präsentieren:

 

 

Der Goblins-Archetyp wird vermutlich jedem Magic-Spieler bekannt sein. In Premodern bedient man sich gerne der Stärken des Goblin Lackey, mit dem man auch gerne schon im zweiten Zug einen Siege-Gang Commander auf das Feld bringt. Das Deck kann damit unheimlich aggressiv sein und wird als eines der stärksten Decks gehandelt.

 

 

Mit Landstill haben wir in Premodern das klassische Control-Deck. Es werden also Karten gezogen, es wird gecountert, bis dann mit Decree of Justice der wehrlose Gegner besiegt wird, sofern er nicht zuvor den Man-Lands wie Mishra's Factory zum Opfer fiel.

 

 

Auch Kombos dürfen in keinem Magic-Format fehlen. Hier wird sich der großartigen Synergie aus dem Phyrexian Dreadnought und einem Stifle auf dessen Enters-the-battlefield-Trigger bedient. Zusammen mit einem Lotus Petal kann so eine 12/12-Kreatur mit Trampelschaden schon im ersten Zug liegen.

 

 

The Rock bedient den Archetyp Midrange. So wird mit der Wall of Roots und der Wall of Blossoms früher Schaden verhindert. Im weiteren Verlauf kommen dann die gefährlichen Blastoderm oder Ravenous Baloth auf das Feld. Mit Eichhörnchen aus dem Deranged Hermit lässt sich dann gerne Recurring Nightmare aktivieren um die großen Hauer nach einem Removal wieder zurückzuholen.

 

 

In Reanimator-Decks dreht sich alles darum die gefährlichsten Kreaturen (hier z.B. Akroma, Angel of Wrath) in den Friedhof zu bekommen und diese dann zu einem Bruchteil der tatsächlichen Kosten mittels Reanimate, Exhume oder Animate Dead auf den Tisch zu legen.

 

Einige weitere beispielhafte Decks werden hier vorgestellt.

Kosten

Für mich sind die Kosten des Formats auch ein wichtiger Punkt und ich nehme an, da bin ich nicht alleine.

Da viele Karten gespielt werden, die in anderen Formaten zu schwach wären, sind die meisten Karten sehr günstig. Die meisten der teureren Karten sind gebannt und so erhält man ein Format das einem günstige und dennoch sehr spielstarke Decks wie Deadguy Ale oder Stasis bietet. Natürlich können Decks aber auch immense Preise produzieren, spielt man Karten wie City of Traitors oder Mox Diamond. Glücklicherweise lassen sich aber selbst diese Decks mit einer kleineren Geldbörse realisieren, indem man entweder auf Goldrand-Karten zurückgreift oder sie mit günstigeren Karten ersetzt. Nur wenige Karten wie Phyrexian Dreadnought lassen sich nicht mit günstigeren Substituten ersetzen.

Da das Meta keinen großen Veränderungen entgegensieht, sind die zusammengekauften bzw. -gebauten Decks auch in Jahren noch gleichermaßen spielbar. Dadurch, dass sich viele der teureren Karten auf der Reserved List wiederfinden ist ein Preissturz tendenziell unwahrscheinlicher als in vielen anderen Formaten. Dennoch sind Preisentwicklungen von Magickarten natürlich immer hochspekulativ.

Schlusswort

Auch wenn ich zu dem Erscheinen der legalen Sets nicht ernsthaft Magic gespielt habe, geht die Nostalgie, die dieses Format versprüht nicht an mir vorbei. Aber nicht die Nostalgie alleine fesselt mich. Auch dadurch, dass wir bei Premodern von einem geschlossenen Format sprechen, entziehen wir uns in diesem dem, viel zu oft, negativen Einfluss der Wizards of the Coast. Gerade zum Zeitpunkt von Modern Horizons 2, dass neben Modern auch Pauper auf den Kopf gestellt hat, fühlt sich ein Format wie Premodern wie ein sicherer Hafen für müde gewordene Veteranen an. Natürlich ist dies keine allgemeingültige Ansicht, sondern lediglich meine persönliche Meinung.

Ich stehe allerdings noch ganz am Anfang und werde erst noch viel Erfahrung sammeln müssen. Die ersten Eindrücke sind aber bereits sehr verheißungsvoll und stimmen mich optimistisch hier für längere Zeit ein zuhause zu finden.

Aber wo spielt man nun überhaupt Premodern? Nun, da gibt es derlei drei Möglichkeiten: Klassisch, von Angesicht zu Angesicht, indem man sich ein paar Freunde sucht und diese begeistert, über die Webcam online oder auch mittels MTGO. Inzwischen haben sich viele Spielgruppen um das Format geschart und freuen sich über neue Mitspieler.

Links

Die offizielle Premodern-Seite: https://premodernmagic.com/
Übersicht der gespielten Decks: https://www.tcdecks.net/
YouTube-Kanal von The Cloudgoat Ranger: https://www.youtube....hYqn2w/featured
YouTube-Kanal von Premodern MTGO: https://www.youtube....9hx84ny-zB8600Q






Ungelesen 5 Sterne! (Werde dann später eh lesen)
Mega!
Du hast einen wichtigen Punkt vergessen und dass sind die überwiegend völlig gechillten Leute. Keine Pseudogrinder, die in 8ter Piles Tier1 rausholen um maximal Value auf dem FNM im 10qm Laden rauszuholen. Community ist einfach alles und die Premoderncom gefällt mir bis jetzt richtig richtig gut :D.

Tatsächlich ist das noch eine Erfahrung, die ich mich freue in Bälde zu machen. Auch wenn ich den Eindruck habe, dass du damit ins Schwarze getroffen hast.

Premodern interessiert 1-2 Kumpels und mich auch. Allerdings haben wir auch keine große Lust ständig gegen die gleichen 2 Decks zu spielen. Wie schafft ihr euch da ne Community von mehreren Leuten zusammen zu stellen? Also z. B. Vikingr. Wie hast du bzw. wirst du es schaffen, von der Aussage ich habe jetzt Bock auf Premodern zu spielen zu du hast wirklich eine Gruppe mit der du spielen kannst?

Ich habe das Glück, dass ein ehemaliger Mitspieler mich beim Wiedereinstieg direkt auf das Format aufmerksam machte. Darüber hinaus hatte er auch schon selbst eine Webcam-Spielgruppe ins Leben gerufen.

 

Für mich heißt dass, ich habe im RL einige Spielpartner und für noch mehr Abwechslung dann auch noch Gegner über Webcam-Spiele. Samt Turnieren usw. Über Webcam lässt sich natürlich auch schnell international spielen, wenn man darauf Lust hat.

 

Wenn du Hilfe brauchst, schreib mich gern per PN an.

Durch den geringen Preis baut sich halt jeder gleich ein paar Premoderndecks und so hat man dann ständig wechsel.

So oft wie ich jetzt  positiv von diesem Format gelesen habe und immer wieder aufmerksam neue Beträge lese, kann das nur gut sein und Spaß machen. Danke für den Appetithappen :)

wer jetzt nicht in premodern geht hat den Schuss nicht gehört. go vikings

hm cool. Stiflenought & Gobbo Pool ist vorhanden. mal schauen ob ich noch ein paar andere anfixen kann. ^^

Mich wundert, dass Fallen Empires nicht dabei ist. Ist es doch die Edition mit dem "modernerem Kartenrand" nach The Dark.

Weil es die Lücke zwischen Old School und Modern schließen soll.
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