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BREAD is dead. Limited gehört nun den Kreaturen!

Geschrieben von Xardas, 30. November 2016 · 1.577 Aufrufe

Limited Draft Anfänger Strategie Guide

Heute möchte ich ein Thema ansprechen, welches vielleicht zu den wichtigeren gehört bezüglich dier Grundlagen für Anfänger im Limited. Erfahrenere Spieler finden hier vielleicht nur eine Bestätigung ihrer Eindrücke.

 

Was ist BREAD überhaupt? Es ist ein Begriff, welcher letztlich eine Abkürzung mehrerer Wörter ist und einen sehr groben Guide darstellen, welche Karten man im Draft picken soll.
B(ombs) – R(emoval) – E(vasion) – A(ggro) - D(uds)
Wobei Aggro hier mehr den Bedarf einer funktionierenden Kurve beschreibt als die Notwendigkeit der Aggressor zu sein. Ein Begriff, der im englischsprachigen Raum gerne mal auftaucht und selbst in unserem Forum haben wir etwas ähnliches im Ratgebner für Limitedanfänger.

 

Grundsätzlich ist das nicht der schlechteste Ansatz für einen Anfänger und der Titel ist etwas bewusst überzogen gewählt. Das Problem liegt darin, dass diese Beschreibung ähnlich wie Brot eher schlecht altert mit einem klaren Richtungswechsel für neue Magicsets. Diese Änderungen sind auch am Limited nicht vorbei gegangen, aber bisher ist das Thema nicht besonders präsent im Vergleich zu den gefühlt ewigen Diskussionen über schlechtes Removal im T2. Mit Kaladesh sind wir aber an einem Punkt angeraten, an dem man zumindest ansprechen muss, dass die Regel immer mehr wackelt und es ist bei weitem nicht das erste Mal. Generell ist es begrenzt sinnvoll das Ganze zu verallgemeinert zu formulieren, da sich Draftformate deutlich voneinander unterscheiden können, aber einige Sachen wiederholen sich dann doch mittlerweile.

 

Ich sehe 2 Punkte.

 

1)
Es kommt immer öfter vor, dass im Commonbereich pro Farbe wirklich nur eine Karte ein solides Removal darstellt und diese Karte von der zunehmenden Qualität der Kreaturen dennoch als beste Common verdrängt wird.
Eines der stärksten Beispiele dafür dürfte Magic Origins gewesen sein, als Karten wie Leaf Gilder und Rhox Maulers, Topan Freeblade und Stalwart Aven ihre teilweise solide Konkurrenz an Commonremoval die Show gestohlen haben. Suppression Bonds und Wild Instincts waren dabei alles andere als schlechte Karten, aber CCM 4 Removal stacken sehr viel schlechter, je aggressiver ein Format ist. Während diese Erkenntnis nicht unbedingt etwas neues ist, so ist der Umkehrschluss nicht gegeben. In deutlich langsameren Formaten wird Removal über 4 Mana in gewissen Maße sogar schlechter, da man einfach selbst mehr Fleisch haben möchte im Battlecruiser Kampf. Khans of Tarkir hat einer Karte wie Rite of the Serpent oder Throttle nicht viel besser gemacht als sie in Origins gewesen wären. Mehr als eine Kopie von Rite war nie ein gutes Zeichen, da man einfach genauso gut mehr Morphs priorisieren konnte für den Manabereich, welche signifikant besser darin waren nicht völlig nutzlos im frühen Spiel zu sein. Wenn die Removal zu klobig werden im Commonbereich, dann nützt es einem einfach nicht viel diese zu stacken, auch wenn sie auf dem Papier bessere Karten sind und genau das ist die Entwicklung--> Klobige Commonremoval. 4 Mana Arrest muss doch besser sein als ein Bär, welcher erstmals Kampfschaden an einem Spieler machen muss für seinen vollen Effekt?! Die Tatsache, dass dies nicht der Fall war sagt sicherlich mehr über das Tempo des Sets aus, aber es bringt uns zu einem Problem in der Bewertung eines Sets. Die erste Kopie beispielsweise von einer Karte wie Suppression Bonds war sehr wertvoll, immerhin will man Outs im Deck haben auf gewisse Bomben des Gegners, aber zu viele Kopien machen das Deck nicht zweifelsfrei besser. Wie bewerte ich das dann beispielsweise in meinen Setreviews? Ist beispielsweise Revoke Privileges wirklich die beste weiße Common in Kaladesh oder nur der beste frühe Pick und das Trio aus Glint-Sleeve Artisan, Propeller Pioneer und Aviary Mechanic nicht einfach die besseren Karten? Es kommen natürlich in solche Sachen noch andere Faktoten mit dazu ( EtB Effekte, Lösungen für die Aura usw.), aber der Punkt ist: Wenn das Removal oft auf dem gleichen Level von Manainvestment ist wie die Threads, dann ist man ab einem gewissen Level an vorhandenen Antworten nicht mehr besser mehr Removal zu sammeln anstatt die Qualität seiner Kreaturenkurve im Vordergrund zu haben. Man braucht zu einem gewissen Grad kein Removal, wenn man die besseren Kreaturen hat und den ein oder anderen Trick gegen Doppelblocks findet sich als Ersatz eigentlich immer. Man wird auch einfach zunehmend weniger bestraft dafür sich auf Tricks zu verlassen, wenn die Antworten immer öfter teuer und auf Hauptphasen beschränkt sind. Das Build to Last muss sich nicht besonders vor Revoke Privileges fürchten als simples Beispiel. Common Removal ist immer mehr zu einer ineffezienten Absicherung gegen Bomben geworden und steht einfach hinter den besten Kreaturen hinten an, sobald man die ersten 1-2 Antworten hat. Dazu kommen dann noch Fälle in denen Commonkreaturen sogar so sehr gepushed sind, dass diese so oder so einfach die bessere Wahl sind, wo wir in Kaladesh bei Grün ebenfalls fündig werden.
Ich muss mich damit zufrienden geben, dass ich diese teilweise teuren Removal dennoch an die Spitze setze. Tidy Conclusion ist irgendwo legitim auf „Platz 1“ unter den schwarzen Commons, weil die erste Kopie der Karte so wichtig ist, aber sehr sehr oft geht mein Pick danach Richtung
Dhund Operative, welches wohl allgemein anerkannt die solideste schwarze Common ist.

 

2)
Hier kommt das „Aber“ im Artikel. Es gibt natürlich noch die wirklich guten Removal. Diese gibt es aber nicht mehr als Commons. Die Tage von Doom Blade, Lightning Bolt, Oblivion Ring oder Journey to Nowhere sind eindeutig vorbei als Commons. Der erste Punkt des Artikel wird schnell ausgehebelt, wenn man die Uncommon Removal in seinen Packs findet. Dann lächeln einen dann immer noch Ultimate Price oder Harnessed Lightning an und man nimmt die Karten mit freudigem Herzen, wenn nicht eine bescheuerte Bombe im Pack ist. An dem Punkt kommt aber auch der Grund für den Artikel zusammen, weil BREAD unreflektiert tatsächlich einen falschen Hinweis liefert. Die Removal im Commonbereich sind oft sowieso nicht auf dem gleichen Level wie die besseren Kreaturen. Wie oben schon angesprochen ist es oft selten mehr als eine Common pro Farbe, welche überhaupt eine Option wäre im Vergleich. Folge ich als Anfämger dem BREAD System, dann würden sich Picks ergeben, in denen Leute Karten wie Die Young, Impeccable Timing und Chandras Pyrohelix über Glint-Sleeve Artisan, Thriving Rhino oder Dhund Operative nehmen, was zwar kein Weltuntergang wäre, aber auch fern ab vom guten Draften in neuen Sets ist. Diese „eingeschränkten“ Removal sind geringere Picks als die besten Kreaturen, auch wenn sie nominell Removal sind und man diese priorisieren müsste.
Wenn eine Farbe nicht ein relativ herausragendes Removal im Commonslot hat, dann fällt auch sehr schnell auf, dass sich diese auch schnell teilen in sehr eingeschränkt für 2 Mana und relativ weit für 5-6 Mana. Schwarz hat praktisch kategorisch eine Karte wie Die Young und Tidy Conclusio jedes Set, von beiden Karten will man aber nur beschränkt viele Kopien.

 

Als kleine Zusammenfassung:

  • Kreaturen sind immer öfter besser als die besten Commonremoval Sich ein Bild machen ob das auf das zutrifft ist einer der wichtigsten Punkte für jedes neue Set.
  • Die besseren Kreaturen sind die besseren Picks, sofern man zumindest 1 oder 2 Allzwecklösungen schon hat und es verändert die Pickorder dann entsprechend.
  • Tricks sind oft deutlich besser als früher, da immer mehr Removal Sorcery-Speed ist und man seltener in Blowouts rennen kann, die Notwendigkeit bzw die Pickorder der „nicht-Premiumremoval“ nimmt deutlich ab.
  • Die guten Kreaturen sind mittlerweile konstant besser als die billigeren und eingeschränkten Removal, hier BREAD folgen führt zu deutlich falschen Picks.

 

Ich hoffe dies hilft dem ein oder anderem sich besser in neue Draftformate einzufinden und Anfängen kriegen vielleicht ein besseres Bild davon, wie gute Decks in aktuellen Sets öfter mal aussehen.

 

MfG
Xardas






tl dr 5/5

Xardas, der deutsche Limited-Pabst. Man sollte dir Geld zahlen für deinen Blog. Easy Blog des Monats.

Das A steht für acceleration und nicht für aggro, bro

Ansonsten nix wirklich neues, aber für noobs bestimmt ganz cool. 

@Saberon:

http://www.gathering...de-to-drafting/

 

Als ich nochmal nachgeschlagen habe wofür das genau steht habe ich das gefunden, vll nicht so 100% immer die gleiche "Auslegung" ^^
(Ist für das Thema ja eh nur sekundär)

Und joa, das ist für Anfänger gedacht

@Matt: Etwas zu viel des Lobes^^

Sehr schön zusammengefasst, was mir auch schon aufgefallen ist.

 

5/5 und der MattRose hat da grad einfach schon mal recht. ;)

TIMDOTCOM
01. Dez 2016 15:17

Xardas, der deutsche Limited-Pabst. Man sollte dir Geld zahlen für deinen Blog. Easy Blog des Monats.


Pabst ist ein Wort aus dem Studentenverbindungssprech und bedeutet Kotze.
Papst maybe?

Btw: Der Common Dude Powercreep ist finde ich sehr krass. Und Spells werden ja eh konsequent schwächer gemacht.
Finde ich im Limited eigentlich super, ein Format in dem Combattricks endlich mal glänzen können.

Sehr interessanter Artikel, danke Xardas :)

 

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