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Du bist nicht die Karten die du legst

Geschrieben von Double the Trouble, 23. Dezember 2017 · 2.011 Aufrufe

Von geilen Typen mit schlechten Decks

 

Ich unterscheide grundsätzlich zwischen den Spielern die Magic spielen und denen, die Magic zocken. Ihr wisst schon – die Leute die diese Decks mit den Granaten-Topdecks aus dem Fegefeuer spielen (Tron, Burn, TitanShit whatever).

 

Spielen motiviert angeblich eher auf lange Sicht, zocken ist mehr „Fahren auf kurze Sicht“ (macht aber unendlich mehr Böcke). Ich darf mich wohl getrost zur zweiten Kategorie zählen und hier auch die Erklärung warum das eigentlich so geil ist:

 

So um das Jahr 2013 bin ich wieder bei Magic eingestiegen (die zuletzt von mir aufgerissenen Booster stammten aus Urza’s Destiny) und hab dann auch (wirklich) versucht Magic zu spielen. Je mehr ich probierte richtig zu spielen, umso schlechter wurden meine Ergebnisse. Da ich ja seit jeher ein Lightning Bolt – Attentäter bin kann sich jeder an 3 Fingern ausrechnen, dass ich wohl mehr Spiele durch Topdecks gewonnen habe als Chuck Norris zählen kann (und der kann zweimal bis unendlich zählen).

 

Danach spielte ich auch noch Decks ohne Blitz, die Gangart änderte sich aber nicht – immer so spielen, als ob man von oben die absolute Vernichtung rupft.

 

Warum binde ich euch jetzt diesen Bären auf die Nase? Natürlich will ich euch dazu überreden auch so zu spielen und gebe euch dazu in diesem Artikel die notwendigen Werkzeuge.

 

In den sauren Apfel beißen

 

Als erstes muss man sich damit abfinden, dass man gegen einzelne Karten, Decks oder Strategien einfach schieben muss. Sei es gegen diese Mono-Weiss Haufen, gegen die Gedankenergreifung oder auch das Manaleck das der Gegner einfach hat um einem unendlich auf den Keks zu gehen.

 

Im wesentlichen gehört also Frust-Resistenz dazu. Dann spielt man einfach auch noch ein mittelprächtiges Deck, der Gegner hat allen oder der (Fegefeuer) Topdeck kommt dann doch nicht (verrückte Sache). Solange man diese Miseren bereitwillig in Kauf nimmt hat man schon einmal die Grundlage gelegt.

 

Auf der Spaß-Seite hat man dafür allerdings den „Hauch des Todes“-Faktor, der meines Erachtens die Nachteile mehr als aufwiegt.

 

Auch mal anders machen

 

Wenn man sich auf die dunkle Seite der Macht begibt, gibt’s natürlich keinen Weg zurück. Genauso läuft’s dann auch wenn man sideboardet oder einfach nochmal einen Flex-Slot mit irgendwas sinnfreien füllen muss.

 

Zur Zeit als ich Eldrazi&Taxes verspielt habe, habe ich 1 Judge’s Familiar Main gehabt – natürlich hat der in einem von 100 Fällen dann das Spiel gewonnen und dafür habe ich mich hart gefeiert. Schön war auch mein 1-of Darkblast in BW Tokens – den Shit hatte ich einfach immer wenn ich ihn gebraucht habe und dann rockte das Fahrrad aber auch jedes mal.

 

Das wichtige und entscheidende an diesen Beispielen ist das (und das ist der ultimative Faktor für einen guten Zocker) lokale Metagame. Gegner freuen sich einfach. Als Infekt noch ein Deck war habe ich mit dem Lebendigen Lebensende einfach Ricochet Trap geboardet (?!). In folgender Situation war der dann einfach allen Gut (naja, fast gut): Gegner mit Gitaxian Probe und Blighted Agent auf dem Brett, ich nix.

 

Er gibt sich Become Immense (hätte gereicht) und ich finde mit meinen Verdant Catacombs eine Dryad Arbor, caste Ricochet Trap und aus dem Nichts habe ich einen 7/7 Wald. Am Ende habe ich selbstredend verloren, geil war es trotzdem.

 

Wichtig ist, nicht diesen offensichtlichen Quatsch zu machen – Nein, Blood Moon im Maindeck UR Storm ist nicht einfallsreich, sondern einfach nur vorhersehbar und zufällig (Das gilt für alle Karten die man statt im Sideboard einfach im Maindeck spielt). Wichtig ist nach wie vor die Zocker-Mentalität, dazu gehört auch u.a. möglichst viele Kollateralschäden im lokalen Meta zu verursachen.

 

Um auch mal ein positives Beispiel zu kreieren: Warum spielt im Jank Midrange niemand Anafenza, the Foremost? Tradet mit Thought-Knot Seer, macht Matter Reshaper kaputt (und negiert dessen Cantrip-Klausel) und ist mit weiteren Kreaturen auf dem Board im Angriff einfach nicht schlecht.

 

Anyways - eine zeitlang habe ich Pithing Needle in irgendeinem Deck gespielt (ich glaube ich wollte Infect und Affinity foppen). Natürlich haben sich auch die Collected Company-, Tron- und Lantern– Spieler wie Bolle gefreut (die haben es aber auch einfach verdient ;) ). Bei der Auswahl solcher Karten sollte man immer im Hinterkopf behalten bei wem man Salty Faces verursacht und wem die Karte egal ist.

 

Viel Text und wenig Platz

 

Eine wichtige Lektion um ein vollkommener Zocker zu werden ist Karten mit viel Text nicht zu lesen. Warum drucken die auch so viel Käse auf ein Stück Pappe? Vor kurzem hat ein Nauseam Spieler Phyrexian Unlife und Solemnity auf dem Board gehabt – natürlich habe ich die Karten nicht gelesen und musste feststellen, dass ich nicht mehr gewinnen kann (auch aus dem Sideboard hatte ich keine Antwort).

 

Viel wichtiger ist allerdings zu verstehen, dass man gegen Karten mit viel Text entweder sofort gewinnt oder sofort verliert – daher hat das lesen keinen Zweck (ich komme ja auch zum zocken, nicht zum lesen zum FNM) und ist daher zu vernachlässigen.

 

Folgende Regeln für unbekannte Karten mit viel Text sind zu befolgen (gilt ausschließlich für das Modern-Format):

 

A) Verzauberungen

 

Davon gibt es nur 2 relevante: Die eine macht für 3 Mana alle Länder zu Gebirgen, die andere für 2 Mana alle Friedhöfe kaputt. Für alle anderen gilt: Sie legen entweder Marken auf irgendwas, bei einer bestimmten Anzahl passiert etwas, was einen meist tötet oder sie bringen einfach nur Kreaturen ins Spiel. Ausserdem kosten Sie fast immer 4+ Mana.

 

B) Artefakte

 

Die Relics, Mappen und Mox Opal dieser Welt kennt man. Für alle unbekannten Artefakte mit viel Text gilt: Sie legen Marken auf irgendwas, manche machen Mana, andere wiederum lösen irgendwann irgendetwas aus.

 

C) Kreaturen

 

Meistens sind das Dudes mit 5+ Mana, die etwas tutoren, Schaden schießen oder irgendwie mit dem Friedhof interagieren. Man kann diese töten, oft stirbt man aber einfach dagegen. Alle anderen Kreaturen sind Eldrazi’s, die einen töten sobald der Gegner enttapt.

 

D) Spontanzauber

 

Das sind oftmals Karten die unendlichen Value generieren.

 

E) Hexerei

 

Kosten oft 4+ Mana und töten das gesamte Board, tutoren irgendwas oder erwirtschaften einen andersartigen Kartenvorteil.

 

F) Planeswalker

 

Kosten immer 4+ Mana und beginnen meist mit „Gideon,…“. Das charakteristische ist, dass Sie einen mindestens 3 Runden lang nicht töten. Das ist auch das einzig wichtige, da der Gegner sich oft dafür austappt, darüber freut dass er seinen Super-Tech endlich mal casten kann und im nächsten Zug hoffentlich stirbt.

 

G) Länder

 

Die kann man getrost ignorieren.

 

Dieses Tutorial dient einzig und alleine einem Zweck: Ihr sollt euch nicht das Hirn zermartern sondern auf das eigentliche Zocken fokussieren. Der Gegner soll sich Gedanken machen während man sich selber entspannt zurücklehnt und nicht alle denkbaren „tötet mich in 3 Zügen“-Varianten durchspielt.

 

Ein weiterer Kniff ist diesen Typ von Karten einfach mal neugierig zu begutachten, evtl. halb zu lesen und dann sowas intelligentes zu sagen wie „Resolved“, „Kommt“, „Gelingt“ o.ä. Der Gegner muss (!) den Eindruck gewinnen, dass euch die Karte egal ist. Man darf dem Gegner auf keinen Fall die Genugtuung verschaffen diesem Tech Respekt zu zollen.

 

Ranzige Karten hinlegen

 

Das ist ein Gebiet auf dem ich gerade erst die ersten Gehversuche mache, daher entschuldigt bitte meine Ahnungslosigkeit. Egal ob Spanisch, Französisch, Italienisch, White-Bordered, Light Played, mit Kugelschreiber gealtert, Kaffeeflecken, geknickt (natürlich müssen die Karten turniertauglich sein) – je ranziger und höher der „Augenkrebs“-Faktor umso besser.

 

Schämt euch auch nicht abgelutschte Sleeves zu spielen – solange ihre selber noch erkennen könnt was es ist. Bitte spielt aber nichts was ihr nicht selber kennt. Nichts ist blöder als den Text einer spanischen Karte auf Deutsch nicht zu kennen.

 

Was allerdings gar nicht geht sind Foils in Matt-Sleeves – das sieht nun wirklich unschön aus.

 

Ich möchte aber keine uneingeschränkte Empfehlung für diesen Abschnitt geben, da ich wie bereits gesagt Neuland betrete.

 

Weiteres

 

Um den größtmöglichen Ertrag aus meinen Hinweisen zu bekommen, ist es sinnvoll ein unfaires Deck zu spielen (schließlich sollen sich ja Gegenspieler auch mal aufregen dürfen). Auch diese halb-fairen Decks wie Dredge oder Ad Nauseam sind vollkommen legitim.

 

Viel eleganter ist es allerdings mit einem fairen Deck „unschöne“ Dinge zu tun. Dazu gehört so etwas wie seinen Zug einfach nur rasant herunterzupeitschen um dem Gegner möglichst wenige Möglichkeiten zu geben auf etwas zu reagieren. Das soll beileibe kein Aufruf zum Cheating sein, wie ich aber immer wieder feststellen muss, trödeln Spieler einfach zu lange herum um anschließend eine dubiose Spielentscheidung zu fällen.

 

Man bringt diese Menschen noch weiter aus dem Gleichgewicht wenn man seine Karten hinknallt, nicht lange nachdenkt über die eigenen Plays (dafür gibt es ja den gegnerischen Zug) und Wörter wie z.B. „Attakk“, „Block“, „Hacken“, „Treten“ usw. benutzt. Richtig gammelig sind die, die beim Angriff erstmal die Stärke der Kreaturen zusammenaddieren müssen (wozu bitte gibt es denn den gegnerischen Zug?) – man konterkariert dies indem man sofort ansagt für wieviel eigentlich reingedreht wird. Während der Opponent noch mit 3+2+5 usw. beschäftigt ist lehnt man sich zurück und hofft dass er irgendwas verspielt.

 

Zu guter Letzt bleibt zu sagen, dass dies nur ein kleiner Ausflug in die Zocker-Gefilde gewesen ist und alle meine Hinweise und Warnungen nur unter Vorbehalt genutzt werden sollten – ich lerne auch immer noch dazu.

 

Viel Spaß beim spielen, verspielen und / oder zocken!






Für Leute, die es nicht interessiert, was die Karten vom Gegner machen, ist Modern natürlich optimal. Storm gegen Titanshift... Ready, Set, Ignore!

Wollte ich auch geschrieben haben, da ich die anderen Formate aber kaum kenne wäre die Behauptung aus der Luft gegriffen.

Ich komme immer noch nicht dahinter. Ist der ganze Artikel eine Riesensatire (oder eher ein Riesensarkasmus) oder meinst du das ernst und versuchst, lustig zu sein? Beides ist meiner Ansicht irgendwie ein wenig gescheitert, was mich angeht.

Sprachlich Top!

Keine Titten im Blog - 1p.

War viel Text, habs daher wie im Blog geraten ignoriert.

Shahrazad hat viel Text und gewinnt nicht und verliert nicht. Ist einfach nur zach.

Spätestens bei den "ranzige karten hinlegen" hab ich mich vor lachen einfach hingelegt und konnte nicht mehr weiter lesen.

Nur zur Info das mit dem lesen oder zusammen rechnen, lass ich auch gerne dem Gegner machen um es danach nochmal zu überprüfen ;) und bei einem gewisse "All-In" oder "hopp oder top" mindset macht das zocken einfach manchmal mehr Spaß als alles andere!  

Hab mir mal ein Beispiel genommen und letztes FNM Blood Moon in BW Tokens gerockt. Bestes 4-0 aller Zeiten.

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