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Wut Ding will Beile haben

Geschrieben von Arbaal, 02. April 2019 · 1.226 Aufrufe

Scharfe Messer sind scharf

 

Hallo zusammen. Dies ist ein Blogeintrag über Tilten, Tiltresistenz und wie man diese trainiert.
Der EIntrag war schon lange überfällig wenn man bedenkt, wie hart in dieser community dem tilt gefrönt wird.

 

Für die Ungeduldigen unter euch: Scharfe Messer sind scharf.

 

Mehr müsst ihr auch schon nicht wissen, hoffe es hat euch gefallen und der eine oder andere von euch hat vielleicht was gelernt.
Bis zum nächsten mal also.

 

So, jetzt kann mir niemand mehr vorwerfen, meine Blogeinträge wären zu oft ganze Textwalzenbatterien.
Wenn ihr also weiterlest, dann seid ihr selbst schuld an eurem Elend (mehr dazu sehr viel später).

 

Was ist Tilt?

 

https://www.youtube....SLOlq-Y#t=0m48s

 

https://clips.twitch.tv/AbstruseBraveNuggetsNomNom

 

https://www.youtube....NE3HpjE#t=0m23s

 

Relativ selbsterklärend eigentlich, aber wenn mans zusammenfassen müsste dann könnte mans ungefähr so definieren:

 

Spontaner Wut/Hassanfall oft mit katastrophalen Folgen fürs direkte Umfeld.

 

Was ist Resistenz?

 

 

Mit anderen Worten: Die Fähigkeit sich alles reinzutun, egal wie sehr es körperlich oder geistig wehtut.

 

DER PROFESSOR

 

 

Wieso bin ich qualifiziert darüber zu schreiben? Weil ich schon ziemlich lange ziemlich tiltresistent bin.
Ich will hier nicht so tun, als wär ich perfekt, aber das ist etwas, worin ich gut bin.
Zusätzlich verbringe ich beim Kung-Fu einen nicht unerheblichen Teil meiner Zeit damit,
Leuten dabei zu helfen, resistenter gegen Tilt zu werden und besser damit umzugehen.

 

Wir könnten auch über etwas diskutieren, worin ich ultra schlecht bin.
Machen wir aber nicht, denn das ist mein Blog und hier wird mir gehuldigt.
Da ihr jetzt selbst miterlebt hab, dass ich nicht nur in der Thematik bewandert,
sondern zusätzlich noch überaus schlau bin, kann mich wohl jeder als Lehrpersonal akzeptieren.

 

TILTEN IST TOLL

 

Zu allererst stellt sich die grundlegendste aller menschlichen Fragen, wie wir sie uns selbst schon unzählige Male gestellt haben:

 

Muss ich wirklich?

 

Muss ich versuchen meinen Tilt unter Kontrolle zu kriegen? Ist tilten überhaupt schlecht für mich?
Tilt ist letzten Endes Wut und diese macht euch stärker, schneller, ausdauernder, dafür aber auch extrem viel ungeschickter und maximal dumm.
Ums praktisch zu formulieren:

 

Tilten gibt euch die Fähigkeit, weiteres Versagen ertragen zu können,
nimmt euch aber gleichzeitig die Fähigkeit eben dieses zu verhindern.
Ihr könnt nurnoch immer weiter immer härter failen.

 

Ich weiß nicht, wie ihr das seht, aber für mich ist das nicht erstrebenswert, egal ob ich gerade ein gamepad,
eine Kettenpeitsche (die Kung-Fu Waffe, ihr versauten Unmenschen!), oder Pappkarten in der Hand halte.

 

WHO LET THE TILT OUT?

 

Wo kommt dieser Tilt also nun genau her?
In der Regel entsteht Tilt entweder aus unerwartetem Versagen aus total unsinnigen Gründen (wieso hat der Spack massremoval in seinem Kreaturenhaufen?!),
oder aber aus wiederholtem Versagen, oft in Kombination mit der Erwartungshaltung, dass man eigentlich nicht versagen sollte.
Man ist schließlich besser, schlauer, stärker und geschickter, als notwendig ist für die aktuelle Situation.

 

Oder etwa nicht?

 

Victory has defeated you!

 

 

Nein, ist man nicht. Und jetzt kommt der wichtige Teil: Das ist vollkommen ok so.

 

Ich vertrete schon länger die These, dass der Großteil unserer Gesellschaft eine sehr kaputte Einstellung zum Versagen hat.
Man muss sich nur mal die Politik angucken, wo original IMMER wenn irgendwer irgendwas verbockt hat gefordert wird, dass derjenige zurücktritt.
Übermäßig viel Mitgefühl habe ich mit dem korruptem Fetteimer von Durchschnittspolitiker natürlich nicht, mir gefällt nur die Theorie dahinter nicht.
Zum einen ist das extrem ergebnisorientiertes Denken. Nur dass etwas nicht geklappt hat heißt nicht, dass es nicht sinnvoll war.
Vielleicht hatte es eine 98% zu funktionieren, aber manchmal läufts halt nicht so, wie man vielleicht verdiemt hätte.
Zum Anderen (und das ist der wesentlich entscheidendere Punkt) wären wir alle schon 800 mal im Kindergarten sitzengeblieben
und würden immernoch nicht auf die Konzepte von Bauklötzen, Händewaschen und Besteck benutzen klarkommen,
wenn man von Anfang an so mit Fehlern umgehen würde.

 

Ich propagiere hier wohlgemerkt nicht, dass es klargeht, wenn erwachsene Menschen, die nicht geistig oder körperlich allzu schwer behindert sind,
nicht allein aufs Klo gehen, geradeaus gucken und Rolltreppen fahren können.
Was ich sage ist, dass Versagen ein absolut natürlicher und notwendiger Teil des Lernprozesses ist und auch entsprechend behandelt werden sollte.
Irgendwann während der Schulzeit hört es jedoch auf in Ordnung zu sein, dass man etwas nicht schafft.

 

Es ist ein fließender Prozess, aber irgendwann wird aus

 

"Hey ist nicht schlimm, dass du hingefallen bist mein Schatz, komm Mami versorgt dein Bein und dann geht’s dir gleich besser.
Morgen kannstes ja nochmal versuchen, dann schaffstes bestimmt, und wenn nicht helfen wir dir."

 

das

 

"Lel ey, guck dir mal den behinderten Stück Müll an, der ist sogar zu kacke um Pisse zu sein!"

 

Dass sich das niemand auf Dauer reintun will ist ebenso selbstverständlich, wie die folgende Reaktion:

 

Vermeidungshaltung. Ausfindigmachen und Aufsuchen der Komfortzone und Flucht vor Herausforderungen.

 

Man sucht sich also Dinge, die man schon kann, und macht die weiter.
Ab und an wird vielleicht ein bisschen was gelernt, aber nur immer drauf geachtet, dass die Schwierigkeit nicht zu schnell ansteigt.
Das ist an sich nicht schlecht oder verwerflich.
Verfährt man jedoch in allen Lebensbereichen ausnahmslos so, dann trifft man wirlich schwierige Situationen ähnlich katastrophal unvorbereitet an,
wie ein arglos spielendes Kind eine versteckte Landmine.
Scheiße wurde der Satz schnell krass! So denkt vielleicht jemand, der noch nie gute Arbaal Literatur gelesen hat. Und das ist genau mein Punkt:

 

SCHEIßE WIRD SCHNELL KRASS!

 

Scheiße kann zu jedem Zeitpunkt und in allen Lebenslagen von jetzt auf gleich krass werden, und dann muss man vorbereitet sein, krass vollgeschissen zu werden.
Wo kommt diese unbarmherzige Gatlinggun der Fäkalsprache jetzt auf einmal her?
Ganz einfach: Kontrast macht, dass man Dinge deutlicher wahrnimmt, und das hier ist essentiell wichtig:

 

Nie zu versagen weil man sich nie wirklich fordert führt zu der Erwartunghaltung, dass Gewinnen die Norm ist und Versagen nicht passieren darf/kann.
Wenn man also auf einmal massiv auf den Sack kriegt, dann flüchtet man oder zweifelt die Welt, sich selbst, seine Fähigkeiten und noch eine Milliarde andere Dinge an.

 

In einer richtigen Welt kriegt ein richtiger Mensch nicht so krasses Programm.
So haben wir es uns eingeredet.
Wird man also doch ins Bodenlose deklassiert, dann gibt es nur zwei mögliche Schlussfolgerungen:

 

1. Die Welt ist nicht richtig.
2. Ich bin nicht richtig.

 

Wer dazu ein gutes Beispiel mag, darf gerne ein messageboard für ein beliebiges, auch nur moderat schwieriges Videospiel aufsuchen.
Ein erheblicher Teil der threads sind bis zur Neige vollgepisst mit Schlagwörtern wie "cheap deaths", "fake difficulty" und "bad game design".
Ausdrücke, die dafür benutzt werden, zu rechtfertigen, warum man etwas nicht geschafft hat.

 

Die Denkweise ist die gleiche wie oben: Versagen darf nicht passieren, also ist entweder irgendwas an der Welt (in dem Fall das Spiel) kaputt, oder ich.
Das Ego sagt hier natürlich, dass das Spiel einfach Müll ist, statt die simple Wahrheit einzusehen:

 

 

Krasser Mist war krass und sie wurden bedient!

 

Jetzt haben wir also etabliert, dass wenn man sich nicht zerbohren lassen will, man nur später umso härter gebohrt wird (und da sind wir wieder beim Tilt).

 

Der Reintuer (copyright by redfox)

 

Was ist also die Lösung? Ihr müsst zum wahren Reintuer aufsteigen. Das beinhaltet zweierlei:

 

Zum einen muss man sich mit dem regelmäßigen Genuss von krassem Mist abhärten, zum anderen muss man eine realistische Erwartungshaltung entwickeln.
Der krasse Mist kann beliebige Form haben: Erwähnte beliebig canceröse VIdeospiele, unmögliche Musikstücke, schwierige Sportarten etc. pp.

 

Realistsche Erwartungshaltung am Beispiel von Magic:

 

1. Magic ist schwer, ihr werdet Fehler machen.
2. Magic hat einen Zufallsfaktor und der wird euch ab und an ficken.Ihr werdet gegen schlechte Menschen/Spieler/Decks verlieren.
3. Leute sind gestört und haben den randomsten Mist in ihren Decks. Mist gegen den ihr verlieren werdet.
4. Leute spielen manchmal nicht so wie sie sollten und oft werdet ihr nicht nur troztdem, sondern genau deswegen verlieren.
5. Ihr könnt nicht immer gewinnen.

 

Realistische Erwartungshaltung im Allgemeinen: Scharfe Messer sind Scharf!

 

Letzten Endes ist Tilten nicht ein Reflex, sondern eine Entscheidung.
Wir sind krasser als Tiere, weil wir uns entscheiden können unseren Instinkten zuwider handeln können.
Könnt ihr das nicht, dann gehört ihr in den Zoo.






Passt gerade völlig auf mein Leben, daher danke!

Ich bin Kird Ape

Schön, dass du einen Beitrag über Ti**en schreibst. :D

 

Stimmt halt völlig und macht einen auf jeden Fall zu einem besseren Spieler.

So gings mir auch. Bei "Tilten" haben sich kurz niedere Instinkte gemeldet, bei "Tiltresistenz" hab ich dann gemerkt, dass es in dem Artikel um was anderes geht. So viel zum Thema Erwartungshaltung. Bin ich ein Tier, weil mein Instinkt etwas anderes wollte? Andererseits habe ich mich gegen den sofortigen Wechsel auf eine Internetseite mit zweifelhaftem Inhalt entscheiden und den Artikel erstmal zuende gelesen. Also doch kein Zoo für mich. Grad nochmal die Kruve bekommen.

Tilt! ist auch der alljährliche Jahresrückblick mit Urban Priol.

Das... ist ein wirklich, wirklich Blogpost. 5/7 von mir.

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