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Asel

Registriert seit 14. Feb 2005
Offline Letzte Aktivität Heute, 20:53

Verfasste Beiträge

Im Thema: Hehlerei & Betrug juristisch betrachtet

Heute, 17:19

Es kommt natürlich auf die Umstände des Einzelfalls an. Bei lebensnaher Modellierung eines solchen Sachverhalts dürfte es ja eher keine Zeugen für die Straftat geben (außer der Fälscher belastet den Verkäufer). In diesem Fall würde es in der Praxis auf die Glaubhaftigkeit der Beschuldigteneinlassung kommen, maW Glaubt man ihm den Dachbodenfund? Die Einlassung könnte vielleicht dadurch widerlegt werden, dass der Beschuldigte schon öfter Dachbodenfunde verkauft hat. Oder er hat eine Fälschung als Dachbodenfund deklariert, die erst seit kurzem auf dem Markt ist. Oder er ist einfach ein schlechter Lügner und verwickelt sich wiederholt in Widersprüche. Deshalb wird ein kluger (oder gut beratender) Täter auch von seinem Recht zu Schweigen Gebrauch machen. Im Strafverfahren gilt nämlich in dubio pro reo; die Staatsanwaltschaft und das Gericht müssen die Tat beweisen.

 

Aber selbst wenn der Täter alles gestehen würde, wäre es mangels tauglicher Vortat in keinem Fall eine Hehlerei, sondern lediglich ein Betrug. 


Im Thema: Hehlerei & Betrug juristisch betrachtet

Heute, 16:03

Werden die von mir vorgebrachten Strafbefreiungsmerkmale denn juristisch in irgendeiner Weise zusammengefasst?

Im Wesentlichen dürften es ja
Notwehr
Tatbestandsirrtum
U. U. Verbotsirrtum
Strafunfähigkeit aufgrund von personellen Eigenschaften (zu jung, geistig nicht zurechnungsfähig) sein

 

Nein, gibt es nicht. Das dürfte wohl daran liegen, dass sie eben gerade nicht alle zu einer "Strafbefreiung" führen, sondern sie ganz unterschiedliche Folgen im Strafverfahren zeitigen können.

 

Die Notwehr (§ 32 StGB) ist ein Rechtfertigungsgrund, weil das den Tatbestand erfüllende Handeln nicht rechtswidrig ist.

Der Tatbestandsirrtum (besser: Tatumstandsirrtum) iSd § 16 Abs. 1 S. 1 StGB (=Unkenntnis) schließt den Vorsatz aus; der Tatbestandsirrtum als irrige Annahme von nicht vorliegenden Umständen kann einen untauglichen Versuch oder ein Wahndelikt begründen.

Der unvermeidbare Verbotsirrtum ist ein Entschuldigungsgrund, der vermeidbare ist ein fakultativer Strafmilderungsgrund, § 17 StGB. 

Die Strafunmündigkeit ist das prozessuale Spiegelbild zur Schuldunfähigkeit des Kindes § 19 StGB. Letztere stellt ebenfalls einen Entschuldigungsgrund dar. Ebenso verhält es sich mit der Schuldunfähigkeit wegen seelischer Störung, § 20 StGB.


Was ist denn überhaupt mit dem bekannten "Dachbodenfund"?!

-> hier wurde lange diskutiert und User an den Pranger gestellt, ob oder ob nicht das Anfertigen einer Fälschung nun die Vortat ist die man braucht, oder nicht braucht, damit es sich um Hehlerei handelt. Nun ist es aber so, dass fast jeder Verkauf mit einem "Dachbodenfund" einhergeht, und der Verkäufer verkauft die Ware so wie sie "gefunden wurde". Demnach hätte er sich nicht einer illegalen Vortat schuldig gemacht, und die ganze Diskussion hier, und die evlte Schuld, wären umgangen?!

 

@Asel: falls du hier antworten solltest, versuch bitte dich selbst zu übertreffen und formulier doch ma eine Antwort ohne den User, in diesem Falle mich, persönlich anzugreifen, zu diskreditieren, oder in iergend einer Weise runter zu drücken. Cheers Mate!

 

Willst du damit sagen, dass es an einer Vortat fehlt, weil der Verkäufer wahrheitswidrig erklärt er habe die Karten "gefunden"? Wahrheitswidrige Behauptungen ändern an der Strafbarkeit nichts, sondern allenfalls an der Beweisführung.

Oder willst du damit sagen, dass der Verkäufer keine Kenntnis von der Fälschung hatte? Dann scheidet eine Hehlerei ohne aus.

 

Im Übrigen amüsiert mich deine Chuzpe mich mit einem persönlichen Angriff ("versuche dich selbst zu übertreffen") zu mehr Sachlichkeit aufzufordern.


Im Thema: Hehlerei & Betrug juristisch betrachtet

Heute, 13:26

Ich glaube du meinst in etwa das Richtige. Du drückst dich aber bestenfalls missverständlich aus. Das liegt insbesondere daran, weil du eine Formulierung fehlintepretierst ("Vorsatz bzgl. aller objektiven Tatbestandsmerkmale"), die nicht nur das Wesen des Vorsatzes treffend beschreibt (im Übrigen so wie du es auch schreibst), sondern die auch im juristischen Jargon absoluter Standard ist. Außerdem benutzt du Formulierungen, die schlicht nicht geläufig bis unbekannt sind (Strafbefreiungsmerkmale, Was für "Gründe"?). 


Im Thema: Hehlerei & Betrug juristisch betrachtet

Heute, 12:50

Vorsatz aller objektiven Merkmale heißt für mich

Vorsatz bei objektiven Merkmal 1
Vorsatz bei objektivem Merkmal 2
...
Vorsatz bei objektivem Merkmal 53

 

So ist es korrekt. Was danach kommt ist größtenteils falsch.

  • Vorsatz kann denknotwendig nicht im objektiven Tatbestand einer Straftat enthalten sein. 
  • Nicht jede Straftat erfordert Absicht. Absicht ist ein Unterfall des Vorsatzes.
  • Den Begriff "Straf Fähigkeiten" gibt es im deutschen Recht nicht.
  • Das Mordmerkmal des niederen Beweggrundes ist ein deliktsspezifisches subjektives Tatbestandsmerkmal. Das Mordmerkmal der Heimtücke ist aber beispielsweise ein objektives Tatbestandsmerkmal auf das sich der Vorsatz beziehen muss.
  • Der Vorsatz bezieht sich darauf einen Menschen zu töten und nicht darauf "tot zu sein". Nicht "tot sein" ist strafbar, sondern töten.

Im Thema: Chatthread - für alle Turniersuchenden, Diskussion über hier nicht gelistete...

12. Juli 2019 - 13:48

Highlander/Commander in Berlin - wo geht man da am besten hin?


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