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Aufbruch in eine neue Welt

Geschrieben von FeliDeFox, 03. Februar 2020 · 280 Aufrufe

Hallo zusammen,

 

ich heiße Felix, bin 30 Jahre alt und habe ca. 5 Tage vor dem Theros Beyond Death Pre-Release Magic für mich entdeckt. Seitdem bin ich infiziert und dabei auch auf dieses Forum gestoßen. Den Blog möchte ich nutzen, um darüber zu berichten, wie ich mich als Spieler weiterentwickel, welche Einsichten ich auf dem Weg bekommen habe und was ich so tue, um Spaß mit Magic zu haben, besser zu werden und meinen Kartenpool zu vergrößern. Na dann mal los.

 

Die Einstiegsdroge
Ich weiß gar nicht warum aber irgendwie ist das gute, alte Brettspielen oder neu-deutsch board-gaming in den letzten 12 Jahren total aus meinem Fokus geraten. Für meine Freundin und mich gab es nur noch Backgammon und Doppelkopf (zu viert natürlich ^^). Als wir dann überlegten, was man an Sylvester denn so unternehmen könne fiel die Wahl darauf (richtig erwachsen...) einen Pärchen Spiele-Abend zu veranstalten. Gesagt getan. Doch hatten wir nur die "ollen Kamellen", die man eh schon zig tausend mal gespielt hat daheim, sodass ich beschloss die Chance zu nutzen, um in ein neues Spiel zu investieren (das Geld verliert auf dem Konto ja eh nur an Wert ;) ). Dominion war der Auserwählte und alter Vater haben wir in den darauffolgenden Tagen die schei** aus diesem Spiel rausgespielt. Mega angefixt wollte ich nun jede freie Minute mit irgendwelchen Spielen verbringen. Als ich mit meinem Freund Jan aus der Schulzeit bei einer Runde Gaia Projekt saß, erwähnte er dann diese heute so zuckersüß in meinen Ohren erklingende Worte. Magic The Gathering. Könnte was für mich sein. Ich hab schließlich früher Yu-Gi-Oh gespielt und zwischendurch auch mal Hearthstone. Bischen drüber gelesen: Richtig Bock drauf. Das war ca. 5 Tage vor dem Theros Beyond Death Pre-Release und die Spirale begann sich langsam zu drehen und mich mitzuziehen.

 

Der Weg zu meinem ersten Sealed-Event
Bei einer meiner ersten Recherchen habe ich Gott sei Dank gelesen, dass es üblich sei, Magic im LGS zu zocken. Hätte ich darüber nichts gelesen, wäre ich vermutlich nur in MTGA hängengeblieben. Nachdem ich die ersten Matches in MTGA gemacht und die Basisregeln einigermaßen verinnerlicht hatte zog es Jan und mich aber deshalb zu unserem ersten Real-Life-Event. Zum Pre-Release kommt man eine Woche vorher an neue Karten sagten sie. Zum Pre-Release spielt man mit einem Limited Karten-Pool, sodass man keine riesige Sammlung oder tonnenweise Cash braucht, um ein kompetitives Deck zu bauen sagten sie. Äh, was? Sealed? Draft? Limited? FNM? Und was ist eigentlich ein LGS? Wieder viel gegoogelt und gelesen, um dann die Entscheidung zu treffen am Sealed Pre-Release-Event im Heroes-Stash in Gelsenkirchen teilzunehmen.

 

Ankunft und Deckbau
Okay, krasser Laden. Der 13 jährige Felix hätte definitiv ein feutchtes Höschen bekommen gelächelt bei dem Anblick (Ich komme vom Dorf. Wir hatten ja nichts...). Comics, TCGs, Board-Games. Alles was das Herz begehrt. (Auch der heutige Felix blieb nicht ganz trocken hat gelächelt...). Erstmal zur Anmeldung: "Äh hi, ja, wir sind hier für äh das Sealed Event und äh, also, naja, wir spielen quasi zum ersten Mal jetzt in echt". Super freundliche Reaktion der Dame hinterm Tresen. Gleich sympathisch hier. Wir müssen aber noch fast 'ne Stunde warten bis es losgeht. Die Nervosität steigt. Der Laden füllt sich. Die Nervosität wird noch größer. Immerhin quatschen wir nett mit den beiden die neben uns am Tisch sitzen. (Ein Glücksfall wie sich später herausstellt, denn wir verabreden uns am Ende des Abends zu einer Runde Magic in der kommenden Woche. Dazu aber ein andermal mehr ;) ). Und dann werden die Pre-Release Packs verteilt. "3, 2, 1 und der Deckbau startet". Schnell alles aufreißen. Verdammt. Waren Booster immer so schwer aufzubekommen? Erstmal alles aufmachen. Shit, so viele verschiedene Karten. Was war nochmal Constellation? Devotion? Da saß ich nun mit der Qual der Wahl mich zu entscheiden, was ich eigentlich spielen soll. Und wonach entscheidet man wenn man keine Ahnung hat? Richtig: Man nimmt die dickste Kreatur die man hat! Also spiele ich natürlich grün-schwarz, da ich Polukranos gezogen hab. Dazu ein bischen Self-Mill. Wird schon passen. Kaum das Deck fertig ist die Deckbauzeit auch schon rum (Musste ja auch jede Karte erstmal lesen...).

 

Das Turnier
Vier Runden Turnier. Gegen wen spiele ich wohl in der ersten Runde? Natürlich direkt gegen den Judge... Felix der Glückliche halt :D. Ne, Spaß, das war richtig cool im Endeffekt, da ich super nett aufgenommen wurde, mir Fehler verziehen wurden, ich drauf hingewiesen wurde, wenn ich mal wieder vergessen habe zu ziehen... (online ist das einfach einfacher :D) und ich nach der 0-2 Klatsche (Haktos ist ein Arsch eine sehr gute Karte) noch Tipps zum Umbau meines Decks bekommen habe.
In der zweiten Runde bin ich schon weniger nervös und vergess deutlich seltener Karten zu ziehen (vergisst das noch jemand wenn er nervös ist?). Mein Gegenüber ist mindestens genauso sympathisch wie der Judge und während er mich im ersten Spiel in den Boden stampft plaudern wir über dieses und jenes. In der zweiten Runde ist dann meine Zeit gekommen. Da mein Gegner kaum Mana hat bietet sich mir die Gelegenheit Polukranos aus dem Friedhof heraus zu beschwören und er kommt als 12/12 zurück den ich (für Mana) gegen andere Kreaturen kämpfen lassen kann. Ach sooo funktioniert diese Fähigkeit. Ist ja viel krasser als ich eigentlich dachte. (Danke nochmal an mein Gegenüber, der mir das erklärt hat :D). Da mein Mitspieler kein Removal hat, bzw. zieht kann ich so mein erstes Match gewinnen. Kurz nach dem Start des dritten Matches wird uns dann mitgeteilt, dass wir uns in der Overtime befinden und nur noch 5 Züge haben. Da wir das Match gerade erst angefangen haben brechen wir ab und plaudern noch ein wenig.
In der dritten Runde wird weniger geredet. Mein Gegner ist nett aber reservierter als die beiden vorherigen (was überhaupt nicht negativ gemeint ist) und spielt mich zielsicher gegen die Wand. 0-2.
In Runde vier merkt man, dass es langsam spät wird und einem vier Runden hintereinander bis in die Nacht hinein schon auch was abverlangen. Mein Gegenüber ist seit 4 Uhr morgens wach. Respekt für den Einsatz und dafür, dass er trotz der Müdigkeit nicht so Sätze sagt wie "Ich greife dich mit meinem Würfel an und du verlierst zwei Zauberpunkte" sondern noch kluge Entscheidungen treffen kann. Das erste Match ist hart umkämpft. Er packt Heliod aus und ist immer kurz davor Board-Control zu bekommen doch schafft es nicht auf 5 Devotion zu kommen, sodass ich ihn letzendlich auf 0 Punkte runterhauen kann. Mein Underworld-Charger spielte eine nicht zu vernachlässigende Rolle dabei, da ich ihn zwei mal aus dem Friedhof zurückholen konnte. Das erste Spiel ging recht lang und auch das zweite Spiel ging in die gleiche Richtung. Gleichzeitig haben wir auch wieder viel geredet und so konnten wir diesmal nicht mal das zweite Game zu Ende bringen, sodass wir uns nach den letzten 5 Zügen mit einem 1-1-0 aus meiner Sicht trennten.
Der Junge musste am nächsten Tag wieder um vier raus und da wir jetzt schon halb 2 hatten hatte ich echt Mitleid mit ihm. Jan und ich waren auch ziemlich durch und fuhren kaputt aber mit sehr vielen neuen tollen Eindrücken nach Hause und mir war klar. Magic und ich. Das wird was.

 

Was habe ich in meiner ersten Magic Woche gelernt?

 

1. Das Real-Life ist schön! (Hach, wie pathetisch. Hier bitte ein Orchester mit Streichern vorstellen). Magic spielende Leute sind wirklich mega korrekt (dazu auch mehr in den nächsten Blogs) und ich wurde wirklich sympathisch aufgenommen. Klar hab ich Fehler gemacht aber ich bin ja auch genau deshalb da, um diese langfristig abzustellen und irgendwo muss ich anfangen. Live bekommt man direktes Feedback der Mitspieler und lernt meiner Meinung nach mehr als online, da man ganz neue Perspektiven aufgezeigt bekommt.

 

2. Wichtig für ein Sealed sind die Grundlagen des Deckbaus. Durch Hearthstone wusste ich, was eine Manakurve ist und hatte vorher auch nachgeschaut, wie diese in etwa aussehen sollte. Das man im sealed genau 40 Karten, davon 17 Länder und einen Großteil Kreaturen spielen sollte. Klar sind das nur grundlegende Regeln von denen (gerade) gute Spieler auch abweichen aber mir als Anfänger helfen so Richtlinien an die ich mich halten kann erstmal total.

 

3. Informationen über das Set (oder allgemeiner: die Karten) sind wertvoll. Man kann die Karten online im Spoiler schon vor dem Pre-Release Event sehen und das wäre sicher sinnvoll gewesen. Ich hab bestimmt 75% meiner Deckbau-Zeit damit verbracht die Effekte der Karten zu studieren und dann blieb am Ende nicht mehr viel Zeit für Einzel-Entscheidung (wie z.B. nehme ich doch die Karte die ein Mana mehr kostet oder die, die ich doppelt habe da dann die Wahrscheinlichkeit größer wird sie zu ziehen und und und)

 

4. Das Planeswalker Deck war eine Fehlinvestition, da ich nicht gegen andere Planeswalker Decks spiele. Ich habe mir das Ashiok Deck geholt, da ich so angefixt war, damit aber nur gegen andere verloren. Es scheint generell nicht unbedingt das stärkste (Planeswalker) Deck zu sein und gegen ein nicht Planeswalker Deck verliert man einfach haushoch. An die Karten hätte ich auf jeden Fall auch günstiger rankommen können und insgesamt gab es mehr Frust als Spaß durch dieses Deck.

 

5. MTGA ist super, um den Spielfluss zu lernen und um die Regeln zu verstehen, da man sieht, wie Effekte aufgelöst werden, wie der Stack abgearbeitet wird etc. Für Anfänger daher eine klare Empfehlung (auch) MTGA zu nutzen. (Wobei mir echtes Spielen deutlich besser gefällt aber da ist ja jeder anders und man kann's auch nicht mal eben zwischendurch machen)

 

6. Praxis Praxis Praxis. Magic kann ganz schön verwirrend sein. Ich hab in der ersten Woche viel gelesen und wenn ich in Decklisten auf mtggoldfhish o.ä. schaue dann hilft mir das als Anfänger überhaupt nicht. Wenn man kann sollte man spielen und nicht zu viel lesen. Vielleicht ändert sich das irgendwann aber wenn ich (auch in MTGA) mit dem gleichen Deck 20 Games gemacht habe, kenne ich die Karten und Combos besser und kann die Entscheidung wann ich den Mulligan nehme einfacher treffen als wenn ich 3 Stunden darüber gelesen hätte.

 

So das wars nun für meinen ersten Blog. Ist dann doch ziemlich ausführlich geworden. Gebt mir gerne Feedback zu Inhalt, Stil und Länge. Ich plane so alle 1-2 Wochen einen Eintrag zu verfassen. Ist für mich selbst auch eine super Möglichkeit das Erlebte noch einmal zu reflektieren.

 

Liebsten Gruß,
Feli de Fox






Hallo Felix, willkommen bei Magic.

 

Anstandshalber möchte ich kurz eine Schweigeminute für deinen Geldbeutel einlegen.

 

...

Und wieder wurde eine arme Seele in den Fängen des Magicnetzes gefangen. Ich kenne es selber - seit nun drei Jahren dreht Magic mich regelmäßig um und versuch noch ein paar Talerchen zu bekommen :D

 

Viel Spaß mit dem Spiel.

Liest sich wirklich interessant und gut geschrieben :)

 

Als Tipp würde ich noch vorschlagen dir zu Decklisten / Typen die dich interessieren einfach auch ein paar Videos anzuschauen. MTGGoldfish hat da meistens einiges im Repertoire (Website oder Youtube). Da wird dann die Deckliste grob vorgestellt und erklärt warum welche Karte gespielt wird und auch während den Spielen bekommt man recht gut Einblick was das Deck so tun soll. Vermittelt einem deutlich besser was das ziel so ist als einfach nur ne unkommentierte Deckliste.

Klingt bisschen komisch aber versuch dich mit den Leuten im Laden richtig gut zustellen - gerade am Anfang, wenn man vielleicht noch nicht weiß welchen Spielstil man genau hat, sind Leute bei denen man sich Decks leihen kann Gold wert.

... ich hätte damals sonst auch irgendetwas gekauft.

Hallo Felix, willkommen bei Magic.

 

Anstandshalber möchte ich kurz eine Schweigeminute für deinen Geldbeutel einlegen.

 

...

:D Ja, Kniffeln wäre sicher das günstigere Hobby :D

 

 

 

Liest sich wirklich interessant und gut geschrieben :)

 

Als Tipp würde ich noch vorschlagen dir zu Decklisten / Typen die dich interessieren einfach auch ein paar Videos anzuschauen. MTGGoldfish hat da meistens einiges im Repertoire (Website oder Youtube). Da wird dann die Deckliste grob vorgestellt und erklärt warum welche Karte gespielt wird und auch während den Spielen bekommt man recht gut Einblick was das Deck so tun soll. Vermittelt einem deutlich besser was das ziel so ist als einfach nur ne unkommentierte Deckliste.

 

Danke :) 
Gute Idee! Danke :) Ich glaub ich zimmer mir mal ein Mono Black Devotion Budget Deck von dort. 

 

 

Klingt bisschen komisch aber versuch dich mit den Leuten im Laden richtig gut zustellen - gerade am Anfang, wenn man vielleicht noch nicht weiß welchen Spielstil man genau hat, sind Leute bei denen man sich Decks leihen kann Gold wert.

... ich hätte damals sonst auch irgendetwas gekauft.

 

Gute Idee. Der Laden in dem ich aktuell spiele (White Rabbit Essen) hat auch relativ frisch auf, da haben sich noch nicht so feste Grüppchen gebildet ich glaube, dass ist ganz gut um mit jedem mal in Kontakt zu kommen :)

Ehrenmann! Guter Blog! Willkommen Brudi.

Toll geschrieben! Freue mich schon auf die nächsten Einträge!

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